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Umsetzung europäischer Naturschutzziele

Mit der Erweiterung der Zwinebene erfüllen Flandern und die Niederlande gemeinsam verschiedene europäische und bilaterale Verpflichtungen. Darunter fällt z. B. die Entwicklungsskizze 2010 für das Schelde-Ästuarium (www.vnsc.eu), in welcher bestimmt wird, dass in der Scheldemündung zusätzliche Naturlandschaft kreiert werden muss.

 

 

Aus denselben Gründen sind die Arbeiten in den Niederlanden ein Bestandteil des Naturpakets Westschelde. Durch die Erweiterung erfüllen beide Länder auch ihre europäischen Naturschutzvorgaben.
Auf europäischer Ebene bildet das Zwin ein unverzichtbares Bindeglied im Natura 2000-Netz europäischer Naturschutzgebiete (www.natura2000.vlaanderen.be und www.natura2000.nl).

Wiederherstellung der Natur in der bestehenden Zwinebene

Im Rahmen der Widerherstellung der Natur in der jetzigen Zwinebene läuft dort von 2011 bis 2015 das LIFE+-Naturrestaurierungsprojekt ZTAR (Zwin Tidal Area Restoration). Das Ziel von ZTAR besteht darin, die Pflanzen und Tiere, die für eine Flussmündung typisch sind, wieder in das Zwin zurückzuholen, indem dafür gesorgt wird, dass das Meerwasser schneller in das Zwin und wieder hinaus fließen kann. Die Partner dieses Projekts sind die Agentur für Natur und Forsten und die Provinz Seeland, die von der Europäischen Union finanzielle Zuschüsse erhalten.

Die ersten beiden ZTAR-Maßnahmen auf der flämischen Seite, die Wiederherstellung der Zwinlagune und des Watts, wurden in den Jahren 2012-2013 durchgeführt. Die Lagune wurde vertieft, es wurden Rinnen zugeschüttet und es wurde ein neues kontrollierbares Stauwerk gebaut. Parallel dazu wurden die Inseln wieder als unabhängige Inseln für Brutvögel eingerichtet und vom hohen Groden wurde die Oberschicht weggegraben, um das Watt wiederherzustellen.

Die geleisteten Arbeiten haben im Frühjahr 2014 schon das gewünschte Ergebnis gebracht: Brutvögel wie der Säbelschnäbler und die Flussseeschwalbe kamen wieder zum Brüten und die typischen seltenen Wattpflanzen fühlen sich im Zwin wieder zu Hause.

Die letzte große Maßnahme, die Vertiefung und Verbreiterung der Mündung und der Hauptrinne des Zwin, wird während der Erweiterungsarbeiten durchgeführt.

Im Jahr 2015 wird in Knokke-Heist und Sluis eine Ausstellung über ZTAR veranstaltet. Danach folgt noch ein internationaler Workshop, auf dem Experten ihre Erfahrungen über die Einrichtung und die Bewirtschaftung von Gezeitengebieten austauschen werden (www.lifeztar.be).

Nachhaltige Bewirtschaftung in der Zukunft

Kurz vor dem Sommer 2014 wurde in Flandern eine grenzüberschreitende Gebietsvision für das erweiterte Zwin genehmigt. Dieses Projekt enthält unter anderem einen Bewirtschaftungsplan für den flämischen Teil des Zwin. Auf niederländischer Seite ist der Bewirtschaftungsplan für den niederländischen Teil und den angrenzenden Kievittenpolder beinahe fertig. Beide Pläne, die aufeinander abgestimmt sind, legen fest, auf welche Weise das Gebiet in den kommenden Jahrzehnten nachhaltig bewirtschaftet werden soll, und übertragen die europäischen Naturschutzziele in konkrete Verwaltungsmaßnahmen. Die Bewirtschaftung obliegt auf flämischer Seite der Agentur für Natur und Forsten und auf der niederländischen Seite der Stiftung Seeländische Landschaft.